Für einen gewieften Hobbyhandwerker sind Arbeiten am eigenen Haus kein Problem. Während der Corona-Pandemie ist das „Do-it-yourself“ Prinzip noch angesagter als sonst. Ob Wände tapezieren, Böden verlegen oder das Bad neu fliesen, der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Wer zu-hause selbst Hand anlegt, kann bei fachlich korrekter Ausführung einiges an Kosten sparen. Doch bei Elektroarbeiten sollte man Vorsicht walten lassen. Wenn ein Nagel krumm eingeschlagen wird, oder etwas Farbe beim Streichen auf den Boden tropft, ist das halb so wild. Falsch ausgeführte Elektroarbeiten dagegen führen schnell zu schwerwiegenden Schäden.

Rechtliche Regelungen

elektro technik goschütz welche Arbeiten in den eigenen vier wänden sind zulässsig

Die Elektrotechnik gehört zu den sogenannten gefahrengeneigten Handwerken. Bei falsch ausgeführten Elektroinstallation kann es schnell gefährlich werden. Das gilt für den Geldbeutel als auch für das eigene Leben. Kurzschlüsse, Stromschläge oder Kabelbrände sind nur ein kleiner Teil der möglichen Gefahren. Daher wird im Paragraf 13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) gefordert, dass Elektroinstallationen innerhalb des Stromnetzes nur durch, beim Stromversorger eingetragene Elektriker vorzunehmen sind. Folgeschäden, die durch eine Nichtbeachtung dieser Verordnung entstanden sind, werden in der Regel nicht von der Versicherung übernommen und müssen aus eigener Tasche gezahlt werden. Da das leider keine Einzelfälle sind, sind in der heutigen Zeit, in den meisten Versicherungsverträgen Klauseln enthalten, die die Folgen bei nicht ordnungsgemäßen Elektroinstallationen nochmals genau darlegen.

Doch was darf man nun selber machen?

Ein Großteil jeglicher Elektroinstallationen basiert auf vorbereitenden, stromlosen Arbeiten, welche vom Heimwerker selbstständig übernommen werden dürfen. Aber auch hier nur unter der Voraussetzung, dass die Arbeiten von einem Fachmann überwacht und kontrolliert werden. Diese Tätigkeiten machen im Schnitt mehr als die Hälfte der Gesamtarbeitszeit einer Elektroinstallation aus. Hierzu gehören u.a.:

– Kabelverlegungsschlitze stemmen
– Unterputzdosen setzen
– Befestigung und Einmauerung des Zählerschranks
– Leerrohre und Leitungen verlegen
– Kabel und Drähte in Leerrohre einziehen

Wenn diese Arbeiten vom Hobbyhandwerker selbst ausgeführt werden, sollten folgende Punkte in jedem Fall beachtet werden:
– Vor den Arbeiten den Strom abstellen
– Beschädigte elektrische Komponenten nicht reparieren, sondern vom Fachmann austauschen lassen
– Nur geprüfte Materialien für Elektroinstallationen verwenden
– Geräte ausschalten und Netzstecker ziehen

Auch kleine Elektroarbeiten sind erlaubt. Leuchtmittel beispielsweise dürfen ohne Befürchtungen selbst gewechselt werden. Allerdings sollte hierbei darauf geachtet werden, vor-her die Beleuchtung als auch die jeweilige Sicherung auszuschalten. Ebenso das Wiedereinschalten eines Sicherungsautomaten nach einem Stromausfall darf selbstständig durchgeführt werden. Sollte die Sicherung dagegen erneut auslösen, besteht im Normalfall ein Defekt in der Elektroinstallation. Ab diesem Zeitpunkt ist ein qualifizierter Elektriker hinzuzuziehen, der den Stromkreis prüft und den Fehler beseitigt.

Nicht erlaubt dagegen sind

…alle Arbeiten, die ein Eingreifen in das Stromnetz erfordern. Juristisch gesehen ist selbst das Anschließen einer Lampe von einem Fachmann durchzuführen. Natürlich muss man kein Bußgeld befürchten, wenn man die neue Wohnzimmerlampe selbst montiert. Im Schadensfall jedoch würde ebenfalls der Versicherungsschutz erlöschen, sollte der Schaden aufgrund der selbst angeschlossenen Beleuchtung entstanden sein.

Durch das Arbeiten in eigenen vier wänden können schnell Kosten und ggf. auch Wartezeiten reduziert werden. Bei Elektroinstallationen empfehlen wir jedoch schon bei vorbereitenenden oder kleinen Arbeiten einen Fachmann mit ins Boot zu nehmen.

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